Die deutsche Nationalmannschaft hat ihre unmittelbare WM-Vorbereitung mit einem zusätzlichen Trainingsspiel gegen Finnland fortgesetzt. Nach dem offiziellen 4:0-Erfolg am Vorabend in Mainz stand am DFB-Campus in Frankfurt noch ein verkürzter Test auf dem Programm. Gespielt wurden zweimal 25 Minuten mit einer kurzen Halbzeitpause.
Der Charakter der Partie war bewusst anders als beim Länderspiel in Mainz. Es ging nicht um ein großes Stadionbild, sondern um Spielpraxis, Rhythmus und Belastungssteuerung. Im Mittelpunkt standen vor allem Spieler, die am Vortag nicht, nur kurz oder mit geringerer Einsatzzeit auf dem Platz gestanden hatten. Für Bundestrainer Julian Nagelsmann war das eine Möglichkeit, kurz vor der Abreise in die USA noch einmal Eindrücke unter Wettkampfbedingungen zu sammeln.
Kurzer Test, klare Idee
Deutschland trat auf dem DFB-Campus in dunkelblauen Trikots an, Finnland in Weiß und Blau. Die Partie war als Trainingsspiel angesetzt, hatte also nicht denselben offiziellen Charakter wie das 4:0 in Mainz. Trotzdem wurde intensiv gespielt. Deutschland hatte viel Ballbesitz, Finnland verteidigte über weite Strecken kompakt und tief.
Gerade in der ersten Halbzeit war die DFB-Auswahl deutlich spielbestimmend. Leon Goretzka, Jamie Leweling, Nick Woltemade und Leroy Sané tauchten mehrfach in gefährlichen Situationen auf. Finnlands Torhüter William Sinisalo hielt sein Team mit mehreren guten Aktionen im Spiel. Zur Pause stand es trotz deutscher Feldüberlegenheit 0:0.
Urbig kommt, Finnland wird kurz gefährlich
Nach der Pause wechselte Deutschland im Tor: Jonas Urbig ersetzte Alexander Nübel und bekam ebenfalls Einsatzzeit. Nübel war im ersten Abschnitt kaum gefordert gewesen. Im zweiten Durchgang wurde Finnland in einzelnen Umschaltmomenten etwas mutiger. Urbig musste einmal aufmerksam reagieren und verhinderte eine finnische Chance.
Deutschland blieb aber das aktivere Team. Waldemar Anton traf nach einer unübersichtlichen Standardsituation den Pfosten, Antonio Rüdiger wurde kurz darauf im Strafraum geblockt. Das Tor fiel schließlich nach einer Ecke von David Raum: Finnland bekam den Ball nicht sauber verteidigt, am Ende wurde die Kugel zum 1:0 für Deutschland ins eigene Netz gelenkt.
Warum dieser Test trotzdem wertvoll war
Solche kurzen Tests werden leicht unterschätzt. Für Zuschauer wirken sie weniger spektakulär als ein offizielles Länderspiel, für ein Trainerteam können sie aber sehr wertvoll sein. Spieler bekommen Minuten, Abläufe werden unter Gegnerdruck geprobt und die Belastung lässt sich besser verteilen. Genau darum ging es in Frankfurt.
Besonders auffällig war, dass Deutschland das Spiel über weite Strecken kontrollierte, aber im Abschluss nicht immer sauber genug war. Das Ergebnis hätte höher ausfallen können. Gleichzeitig blieb die Defensive weitgehend stabil. Für den letzten Abschnitt vor der WM-Reise ist das ein ordentlicher Eindruck: nicht glänzend, aber kontrolliert, seriös und ohne unnötiges Risiko.
Fan-Nähe vor der Abreise
Rund um das Trainingsspiel ging es auch um den Abschied von den Fans. Vor Ort waren ausgewählte Zuschauerinnen und Zuschauer, unter anderem aus dem Umfeld des Fanclubs Nationalmannschaft, der DFB-Strukturen, Nachwuchsbereiche, Medien und Partner. Im Anschluss waren Autogramme und Fotos mit Spielern angekündigt. Das passte zum Charakter des Tages: ein sportlicher Test, aber auch ein Fan-Moment vor der Reise nach Nordamerika.
Der nächste große Schritt ist nun die weitere Vorbereitung in den USA. Dort wartet mit dem Spiel gegen die USA noch ein finaler Härtetest gegen einen der WM-Gastgeber, bevor der Blick endgültig auf den deutschen WM-Auftakt gegen Curaçao geht.
FubaSport-Fazit
Der 1:0-Erfolg gegen Finnland war kein Spiel für große Schlagzeilen, aber ein sinnvoller Baustein in der Vorbereitung. Deutschland gab weiteren Spielern Minuten, blieb defensiv stabil und verabschiedete sich mit einem positiven Ergebnis vom heimischen Umfeld. Nach dem 4:0 in Mainz und dem kurzen Campus-Test ist klar: Die heiße Phase vor der WM läuft.
Video und offizielle Kanäle
Das vollständige Video zum Trainingsspiel ist auf dem offiziellen DFB-Kanal verfügbar.
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